Hauptinhalt zeigen

Abdulrazak Gurnah

im Gespräch mit Denis Scheck

Abdulrazak Gurnah, geboren 1948 im Sultanat Sansibar, wurde 2021 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er hat bislang zehn Romane veröffentlicht, darunter u. a. „Das verlorene Paradies“, nominiert für den Booker Prize, „Ferne Gestade“, nominiert für den Booker Prize und den Los Angeles Times Book Award, „Die Abtrünnigen“, nominiert für den Commonwealth Writers’ Prize, und 2020 den aktuellen Roman „Nachleben“, nominiert für den Walter Scott Prize und den Orwell Prize for Fiction. Gurnah ist emeritierter Professor für englische und postkoloniale Literatur an der University of Kent. Er lebt in Canterbury.

Die Schwedische Akademie schrieb über ihn: „Einer der herausragendsten postkolonialen Schriftsteller der Welt. Kompromisslos und mit großem Mitgefühl durchdringt er in seinen Werken die Auswirkungen des Kolonialismus in Ostafrika und seine Auswirkungen auf das Leben entwurzelter und migrierender Menschen.“ Sein Roman „Nachleben“ ist ein außergewöhnliches literarisches Erlebnis, das die deutsche Kolonialzeit in Ostafrika und ihre Folgen über Generationen hinweg schmerzhaft deutlich macht. Im letzten Jahr hielt er im Deutschen Literaturarchiv in Marbach seine bemerkenswerte Schillerrede, in der es heißt: „Über die Gräueltaten der kaiserlichen deutschen Verwaltung an den Herero und Nama in Südwestafrika wurde viel gesagt, und in jüngster Zeit auch viel gezeigt, gerade auch in Deutschland. Das Leid, das den Menschen in Ostafrika durch europäische Rivalitäten zugefügt wurde, darf nicht verharmlost, nicht vergessen werden. Die historische Verantwortung für diese Taten muss anerkannt werden. Die Verantwortung für Unrecht zu übernehmen, ist der erste Schritt zu Verständnis und Versöhnung: Daran glaube ich fest.“

In diesem Jahr erscheint sein Roman „Das versteinerte Herz“ von 2017 erstmals auf Deutsch, sein bewegender Coming-of-Age Roman über Verrat, Migration, den Einfluss von Geschichte auf das Leben und die Suche nach einem Platz darin. Jetzt kommt der Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah zu den Ruhrfestspielen und ist zu Gast bei dem Literaturkritiker und Moderator Denis Scheck.

Sprachhinweis: Lesung in deutscher Sprache, Gespräch in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung

Foto: Mark Pringle

Dauer: 1 Std. 30 Min.
keine Pause

Diese Produktionen könnten Sie auch interessieren