Fressen

Fressen

von und mit Henrike Iglesias

„Männer essen Burger mit XXL-Pommes. Männer essen Steaks, essen Spare Ribs, essen Tatar. Sie trinken herbe Biere. Sie rülpsen. Sie benutzen keine Servietten. Sie haben Kohldampf. Sie haben einen höheren Energieverbrauch. Männer sind Jäger. Frauen hingegen. Frauen essen einen bunten Salat und zum Frühstück Müsli. Sie möchten nur ein kleines Stück vom Kuchen. Sie teilen sich ne Pizza. Sie nehmen kleine Bissen. Sie essen kein rohes Fleisch, sie essen überhaupt nicht so viel Fleisch. Sie machen Low-Carb. Sie sind schon total satt. Sie hungern. Sie wissen, was gesund ist. Und der größte Unterschied: Es gibt Männergerichte und Frauenrezepte. Frauen kochen, Männer essen.

Kurz gesagt: Lots of Sexism in my Schnitzel. Beim Thema Essen wird so richtig schön dem Biologismus gefrönt. Hier manifestiert sich, was alle glauben: Es gibt zwei unterschiedliche Geschlechter, und die haben unterschiedliche Bedürfnisse. Wir sagen: Bullshit. Wir sagen: Das ist alles nur Erzählung, Konditionierung. Wir haben Hunger. Und wir fressen uns durch.“

In ihrer Kochshow „Fressen“ versucht das queerfeministische Theaterkollektiv Henrike Iglesias der gesellschaftlichen Obsession mit dem Essen bzw. dem Nicht-Essen auf die Schliche zu kommen. Die vier Performerinnen kochen um die Wette, und fragen sich, wann diese ständige Beschäftigung mit dem Essen angefangen hat, und wie es sein kann, dass sie mit plus minus 30 Jahren immer noch in Angst leben, dass sie jemand „zu fett“ nennen, oder an ihren Körpern ablesen könnte, dass sie ihre Leben nicht im Griff haben. Und vor allem, warum sie selbst immer noch die größten Feindinnen ihrer Körper sind. Und das alles, während sie sich genussvoll dem Essen hingeben.

"Reden mit ... Henike Iglesias": 15. Mai im Anschluss an die Vorstellung

Münchner Kammerspiele, junges theater basel

Gefördert im Fonds Doppelpass der

Ksb Sw Export

Konzept, Text, Performance:

Henrike Iglesias, (Anna Fries, Laura Naumann, Marielle Schavan, Sophia Schroth)

Lichtdesign:

Eva G. Alonso

Musik & Sounddesign:

Malu Peeters

Kostüme:

Mascha Mihoa Bischoff

Produktion:

ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

Bühne:

Anna Fries, Eva G. Alonso

Preis:

Ab 20 €

15. Mai

Halle König Ludwig 1/2

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16. Mai

Halle König Ludwig 1/2

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