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Feierliche Eröffnung

Eröffnungsrede von Sharon Dodua Otoo / anschl. „SIBYL“ von William Kentridge

Eröffnungsrede von Sharon Dodua Otoo

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Im letzten Jahr war die Schriftstellerin, Herausgeberin und politische Aktivistin Sharon Dodua Otoo in der Reihe „… im Gespräch mit Denis Scheck“ zu Gast bei den Ruhrfestspielen. Die Lesung aus ihrem ersten, hoch gelobten Roman „Adas Raum“ und das Gespräch waren eindringlich. Die 1972 in London geborene, heute in Berlin lebende Ingeborg Bachmann-Preisträgerin setzt mit ihrem Schreiben neue Maßstäbe: Formal und inhaltlich bricht sie Sprech- und Denkweisen auf und befragt damit vermeintlich Gesetztes. Sie ist Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe „Witnessed“ in der edition assemblage. Ihre erste Novelle „Die Dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ erschien 2012 in englischer und 2013 in deutscher Sprache, 2014 folgte „Synchronicity“. Mit der ersten in Deutsch verfassten Erzählung „Herr Gröttrup setzt sich hin“ gewann sie den Ingeborg Bachmann-Preis 2016. In ihrer Eröffnungsrede zum Bachmann-Preis 2020 „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ diskutierte sie die Bedingungen des schriftstellerischen Arbeitens für Schwarze Autor*innen in der deutschsprachigen Literaturlandschaft.

Sharon Dodua Otoo überschreitet sprachlich und erzählerisch Grenzen. Sie schafft Bilder und Räume, die das Leben mit neuer Klarheit sehen lassen. Engagiert und anarchisch, augenöffnend und spannend gelingt ihr ein Um- und Neudenken von Perspektiven und Erfahrungen. Ihr Erzählen findet neue Zugänge zu gesellschaftlichen Umbrüchen, individuellen Erinnerungen und kollektiven Traumata. Ihr Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Empathie und ihr Humor, ihre Neugier, unsere Gegenwart zu verstehen, machen atemlos. Nun kam Sharon Dodua Otoo zurück zu den Ruhrfestspielen und hat nach Judith Schalansky, Clemens Meyer und Enis Maci die diesjährige Eröffnungsrede gehalten.

Im Anschluss: „SIBYL“ von William Kentridge

„SIBYL“
von William Kentridge

Musikalische Komposition und Konzeption von Nhlanhla Mahlangu und Kyle Shepherd
Regie: William Kentridge

Deutschlandpremiere

Seit seinen frühen Jahren im Südafrika der Apartheid arbeitet William Kentridge in seiner Kunst mit theatralen Ausdrucksformen. Als Maler und Bildhauer experimentiert er immer wieder an der Schnittstelle des Theaters, der Musik und des (gezeichneten Trick-) Films. Über die Jahrzehnte seines Schaffens ist ein komplexes und vielschichtiges Werk entstanden, das weltweit in den renommiertesten Museen ausgestellt und in Theatern, Opernhäusern und auf Festivals gezeigt wird. „SIBYL“ ist in diesem Sinne beispielhaft für die Arbeit William Kentridges, verbindet es doch das Theater, die Literatur, den Tanz, das Musiktheater, den Film zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk. „SIBYL“ erzählt keine lineare Geschichte. Kentridge, dessen bildnerische Kunst vor allem von Kohlezeichnungen auf Zeitungspapier oder altem Aktenmaterial dominiert wird, lässt sein Werk sprichwörtlich vor den Zuschauer*innen entstehen. Inspiriert ist das Stück von der Geschichte der Prophetin Sibylle von Cumae, die, der Sage nach, das Schicksal von Menschen auf Eichenblätter schrieb und diese am Eingang ihrer Höhle auf einen Laubhaufen legte. Der Abend für zehn Performer*innen besteht aus zwei Teilen. Unter dem Titel „The Moment Has Gone“ besteht Teil 1 aus einem Kurzfilm mit Livemusik. Den zweiten Teil bildet die Kammeroper „Waiting for the Sibyl“. So entsteht ein bildgewaltiger, musikalischer Abend, der von der schöpferischen Kraft der Kunst, der Schönheit der Natur und ihrer gnadenlosen Ausbeutung durch den Menschen handelt.

Mit: Kyle Shepherd (Piano), Nhlanhla Mahlangu (Vocalist | Dancer), Xolisile Bongwana (Vocalist | Dancer), Thulani Chauke (Dancer), Teresa Phuti Mojela (Dancer), Thandazile ‘Sonia’ Radebe (Dancer), Ayanda Nhlangothi (Vocalist), Zandile Hlatshwayo (Vocalist), Siphiwe Nkabinde (Vocalist), S’busiso Shozi (Vocalist)
Concept, Director: William Kentridge
Choral Composer, Associate Director: Nhlanhla Mahlangu
Composer, Music Director: Kyle Shepherd
Editing, Compositing: Žana Marović
Costume Design: Greta Goiris
Set Design: Sabine Theunissen
Lighting Design: Urs Schönebaum
Sound Engineering: Gavan Eckhart
Cinematography: Duško Marović
Video Orchestration: Kim Gunning

„Sibyl“ wurde in Auftrag gegeben von: Teatro dell'Opera di Roma, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und Dramaten - Stockholm.
Executive Producer: THE OFFICE performing arts + film

Altersangabe: 10+
Sprachhinweis: in Englisch, Zulu, Xhosa, Sesotho & Ndebele mit deutschen Übertiteln, auch ohne Sprachkenntnisse verständlich

Dauer: 02 Std. 20 Min
inkl. Pause

Ruhrfestspielhaus Großes Haus

Karten von 27 € bis 44 €

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