Literatur BG Die Scham
Die Scham

Caroline Peters

„Die Scham“ von Annie Ernaux

Annie Ernaux, eine der bedeutendsten französischsprachigen Schriftsteller*innen unserer Zeit, bezeichnet sich als „Ethnologin ihrer selbst“. Sie hat die soziologisch grundierte Selbsterforschung zur Meisterschaft gebracht, präzise und analytisch, höchstpersönlich und universell. „Die Scham“ ist ein Schlüsselwerk.
Juni 1952, Annie ist 12 Jahre alt. Eines Sonntags muss sie ohnmächtig miterleben, wie der Vater versucht, die Mutter umzubringen. Der Vater beruhigt sich, und Annie tut alles, um den Eklat zu vergessen. Bis sie, sehr viel später, auf ein Foto aus der Zeit stößt. Was genau ist damals geschehen? Zu Tage tritt die Spannung, in der die Eltern lebten, zwischen dem Wunsch nach sozialem Aufstieg und dem demütigenden Rückfall in die alten Verhältnisse. Scham ist das beharrliche Gefühl der eigenen Unwürdigkeit. Annie Ernaux seziert es an sich selbst, sie blickt zurück auf eine unfassbare Episode ihrer Kindheit und in eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Es liest die vielfach ausgezeichnete Caroline Peters, bekannt aus Theater, Film und Fernsehen.

Aus dem Französischen von Sonja Finck
Editions Gallimard, Paris, 1997

Foto: Mirjam Knickriem

Dauer: 01 Std. 30 Min
keine Pause

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