Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen: Skandale!!

Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen: Skandale!!

Ein Skandal, das sei „ein Geschehen, das Anstoß und Aufsehen erregt“, meint der Duden. Und noch eine Definition hat der Duden parat: „(landschaftlich veraltend) Lärm, Radau“. Aus Sicht des (Ur-)Aufführungs- Publikums der heute gespielten Werke von Wagner, Berg und Bruckner war sicher vieles erst einmal Lärm und Radau:

1861 bot sich für Richard Wagner die Möglichkeit, „Tannhäuser“ in der Pariser Opéra auf die Bühne zu bringen. Aus Sicht des Pariser Publikums hatte Wagner sich nicht an die damaligen Gepflogenheiten gehalten, wie eine Oper zu sein habe. Die daraufhin folgenden Störaktionen mit Trillerpfeifen rissen auch am dritten Aufführungsabend nicht ab – Wagner musste „Tannhäuser“ aus Paris zurückziehen.

Aufsehen erregte 1913 auch ein Konzert im Wiener Musikverein mit Werken von Arnold Schönberg und Alban Berg. Bereits vor Beginn brodelte es, denn das Publikum bestand aus treuen Anhänger*innen wie erbitterten Gegner*innen Schönbergs. So zog seine Kammersinfonie dann auch Pfiffe und Tumulte nach sich. Die Stimmung kippte schließlich vollends bei der Aufführung der zwei Altenberg-Lieder.

Nicht weniger hitzig ging es zu, als Anton Bruckner 1877 in Wien seine 3. Sinfonie uraufführte. Hier rebellierte nicht nur das Publikum, auch viele Orchestermusiker verließen die Bühne. Denn Bruckner war zwar ein guter Chorleiter, ein großes Orchester zu dirigieren gehörte nicht zu seinen Stärken.

Drei „Skandalwerke“ in einem Konzert? Mit mehr als 100 Jahren Abstand haben sich die Wogen geglättet. Vieles, das damals Anstoß erregte, klingt für heutige Ohren nicht mehr nach Radau. Vielmehr sind es große Werke mit musikhistorischem Wert, mit denen die Neue Philharmonie Westfalen an drei Skandale der Musikgeschichte erinnert.

Programm:

Richard Wagner: Tannhäuser – Ouvertüre und Bacchanale

Alban Berg: Altenberg Lieder

Anton Bruckner: 3. Symphonie, 1. Fassung

Neue Philharmonie Westfalen 2 Skandale Pedro Malinowski
Foto: Pedro Malinowski

Mit:

Neue Philharmonie Westfalen

Dirigent:

Roberto Paternostro

Solistin

Eleonore Marguerre

Dauer:

02 Std. 00 Min
inkl. Pause

Preis:

Ab 31 €

22. Mai

Ruhrfestspielhaus Großes Haus

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