Das Heerlager der Heiligen

Das Heerlager der Heiligen

Uraufführung nach Jean Raspail

nach dem französischen Roman von Jean Raspail "Le Camp des Saints" in der Edition Robert Laffont
übersetzt und für die Bühne bearbeitet von Hermann Schmidt-Rahmer und Marion Tiedtke

Regie: Hermann Schmidt-Rahmer
Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt

Uraufführung

Der französische Autor Jean Raspail ist ein Unzeitgemäßer. In seinem Roman „Das Heerlager der Heiligen“ aus dem Jahr 1973 und in seiner Bearbeitung von 1985 hat er manches von dem vorausgesehen, was heute zu dramatischer Aktualität geworden ist.

Sein Thema ist der Ansturm des armen, bevölkerungsstarken Südens auf den reichen, an sich selbst irre gewordenen Norden. Eine Hungersnot in Indien. Schiffe werden von den Ärmsten besetzt, sie machen sich auf den Weg nach Westen. Die verrostete „Armada“ strandet an der südfranzösischen Küste. Noch hoffen die Franzosen auf eine internationale humanitäre Lösung. Aber die Besatzung der Schiffe will von Hilfsangeboten nichts wissen. Sie ist die „Vorhut einer anderen Welt, die an die Tore des Wohlstands pochte. An diesem Ostersonntagabend belagerten achthunderttausend Lebende und Tote friedlich die Grenzen des Abendlandes.“

Noch bevor die Migranten ins Land kommen, hat sich die westliche Gesellschaft schon selbst zersetzt. Raspail beschreibt in seiner negativen Utopie apokalyptisch und grotesk den Clash der Kulturen. Der Roman fängt den Konflikt unserer Gesellschaft ein, die sich einerseits auf einen Universalismus der Migration beruft und andererseits um ihre eigene Identität ringt. Jean Raspail erzählt von einem kollektiven Angstgefühl der westlichen Welt, von dem unbewussten Wissen darum, dass der eigene Wohlstand auf Kosten der anderen geht, und der Ahnung, dass sich unsere angestammte Sicherheit nicht ohne schwere Konflikte aufrecht erhalten lässt. Er stellt die unbequeme Frage, ob die Humanität nicht eine Schimäre ist.

Der Regisseur Herrmann Schmidt-Rahmer hat in den vergangen Jahren immer wieder die Gefahren eines rechtspopulistischen Diskurses thematisiert. Im tiefen Glauben an die aufklärerische Macht des Theaters schafft er dabei immer wieder bitter komisches und schonungslos entlarvendes Volkstheater im besten Sinne des Wortes.

Einführungen:

05. Mai, 17:15 Uhr, 06. Mai, 19:15 Uhr

Publikumsgespräche:

05. Mai, 06. Mai following the performance

Altersangabe:

14+

Mit:

Katharina Bach, Daniel Christensen, Stefan Graf, Michael Schütz, Xenia Snagowski, Andreas Vögler

Regie:

Hermann Schmidt-Rahmer

Bearbeitung und Übersetzung:

Hermann Schmidt-Rahmer, Marion Tiedtke

Bühne:

Thilo Reuther

Kostüme:

Michael Sieberock-Serafimowitsch

Dramaturgie:

Marion Tiedtke

Preis:

Ab 26 €

4. Mai Uraufführung

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5. Mai

17:15 Uhr: Einführung
Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

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6. Mai

19:15 Uhr: Einführung
Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

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