Literatur BG Die Legende vom heiligen Julian
Die Legende vom heiligen Julian

Fritzi Haberlandt

liest „Die Legende vom heiligen Julian“ von Gustave Flaubert

1877 veröffentlichte Gustave Flaubert sein letztes Buch. Für viele ist es sein vollkommenstes Werk und eines der schönsten Bücher der französischen Literatur: „Drei Geschichten“. In ihm vereint Flaubert das Unterschiedlichste: die Poesie der Sprache und die spürbare, materielle Wirklichkeit der Welt. Die mittlere dieser drei Geschichten trägt den Titel „Die Legende vom heiligen Julian“. Es ist die ungeheuerliche Geschichte von Julian, der seine Eltern ermordet und trotzdem ein Heiliger wird, eine Art mittelalterlicher Ödipus, der die ihm prophezeite Tat durch furchtbarste Qualen büßt. „Ich denke an all meine Toten, ich wälze mich in der Schwärze“, schreibt Flaubert in einem Brief. Dieser Schwärze ringt er besonders in der Julian-Legende eine erschütternde Intensität ab. Unbarmherzig blickt er auf die barbarische Natur des Menschen, Zeile für Zeile dringt er tiefer in das Grauen, in die Verruchtheit der Menschengewalt. Und dieses späte Meisterwerk liest keine Geringere als Fritzi Haberlandt.

Foto: Jeanne Degraa

Dauer: 01 Std. 30 Min
keine Pause

Diese Veranstaltungen könnten Sie auch noch interessieren