Fu ênfundsiebzig
21 Bergarbeiter am Werbeplakat fu êr die Ruhrfestpiele

Ausstellung: Sie stellen sich vor. Ansichten der Zuschauer

Kleine Hommage an das Publikum: 75 Jahre Ruhrfestspiele in Fotografien ihrer Besucher

Kurator: Andreas Rossmann

Interesse, Neugier, Faszination sprechen aus dieser Aufnahme von 1949. Die Arbeiter, die auf das Plakat der „Ruhr-Festspiele“ blicken, können, so vermittelt ihre Anspannung, es kaum erwarten. Schade, dass sie sich nicht umdrehen können. Was würden ihre Gesichter verraten? Was wäre aus ihnen zu lesen? Es gibt mehrere tausend Aufführungsfotos von den Ruhrfestspielen, die in 75 Jahresringen die Theatergeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg erzählen. Aber im Vergleich dazu nur wenige Bilder von Zuschauern. Wer sind sie?

Bergleute, das ist lange her und war schon in den Anfängen eher die Ausnahme. Wie sehen sie aus, und was zeichnet sie aus? Was macht sie besonders, oder sind sie gar nicht besonders? Und wie haben sie sich verändert, ihre Kleidung, Brillen, Frisuren? Und wie ihre Auftritte? Erst im Städtischen Saalbau und später im Festspielhaus, vor der Vorstellung und in der Pause, im Parkett und draußen im Park. Die kleine Ausstellung mit Fotografien aus 75 Jahren wird diese Fragen sicher nicht beantworten, aber Ansichten und Anregungen geben können, ihnen nachzugehen und sich zu erinnern. Wenn (wie im vergangenen Jahr) keine Besucher kommen (können), findet Theater nicht statt. Erst die Resonanz erweckt es zum Leben. Eine Chronik in Lichtbildern und eine Hommage an das Publikum, die den Zuschauern Zuschauer vorstellt. Und jedem von ihnen die Frage stellt: Wie finden Sie sich?

Begleitend zur Ausstellung ist die Publikation „Sie stellen sich vor. Ansichten der Zuschauer“ mit einem Essay von Andreas Rossmann und den Fotografien der Ausstellung im Verlag Walther König erschienen. Die Publikation ist in unserem Webshop erhältlich.

Die Ausstellung ist draußen, vor dem Glasfoyer des Ruhrfestspielhauses, jederzeit frei zugänglich und Sie können während der gesamten Festspielsaison bis zum 20. Juni immer – und immer wieder – dort vorbeischauen. Eintritt frei.

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