Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

An die Völker der Erde

Bohuslav Martinů war ein tschechischer Komponist jüdischer Herkunft. Er gilt als Vertreter des Neoklassizismus. 1943 komponierte er während seines Exils in den USA „Memorial to Lidice“ zum Gedenken an den 1942 verübten Überfall der Nazis auf das kleine Dorf Lidice außerhalb von Prag, bei dem die Männer des Dorfes erschossen und die Frauen und Kinder in Konzentrationslager deportiert wurden.

Auf Anregung des Cellisten Robert Hausmann, dem Widmungsträger des Doppelkonzertes für Violine und Violoncello a-moll von Johannes Brahms, komponierte Max Bruch 1880 „Kol Nidrei“. Es ist der zentrale Bußgesang und Bestandteil des Gottesdienstes am höchsten jüdischen Feiertag des Jahres, dem Jom Kippur. Bruchs Werk gibt dem ausführenden Cellisten größten Raum für Expressivität und Klangentfaltung.

Norbert Glanzberg, geboren 1910, war ein österreichisch-deutscher Komponist und Pianist, dessen Kompositionen unter anderem von den Comedian Harmonists aufgeführt wurden. Selbst jüdischer Abstammung, floh er nach der Machtergreifung 1933 nach Paris, wo er einige schwere Jahre ohne Anstellung verbrachte. In den 1980er-Jahren vertonte er Gedichte aus Bernd Jentzschs Anthologie, zu denen auch die Holocaust-Lieder zählen.

Der sowjetische Pianist und Komponist Sergei Prokofjew ist vielen durch sein Musikmärchen „Peter und der Wolf“ bekannt. Die dieses Jahr im Rahmen des Sinfoniekonzertes aufgeführte Sinfonie Nr. 6 zählt mit ihrem melodisch betonten Ausdrucksreichtum zu seinen späten Werken, die sich von der harten Rhythmik, den wilden Klangballungen und den sarkastischen Zügen der früheren Zeit abgrenzt. Das Werk entstand 1947, zwei Jahre nach Ende des Krieges.

Programm:

Bohuslav Martinů (1890–1959) Memorial to Lidice

Max Bruch (1838–1920) Kol Nodrei für Violoncello und Orchester op. 47

Norbert Glanzberg (1910–2001) Holocaust-Lieder (Auszüge): Ofen von Lublin, Die letzte Epiphanie, Versprich mir eins, Transport, An die Völker der Erde

Sergei Prokofjew (1891–1953) Sinfonie Nr. 6 es-moll op. 11

Neue Philharmonie Westfalen 2 Foto Pedro Malinowski
Foto: Pedro Malinowski

Mit:

Piotr Prochera (Bariton), Alexander Hülshoff (Violoncello)

Musikalische Leitung:

Patrick Lange

Dauer:

01 Std. 35 Min
inkl. Pause

Preis:

Ab 22 €

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