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Uraufführung „Late Night Hamlet“, Deutschlandpremiere „Boy“, Resonanzen – Schwarzes Internationales Literaturfestival

21.05.2024

Sehr geehrte Pressevertreter*innen, liebe Kolleg*innen,

als weitere Uraufführung im Schauspiel präsentieren die Ruhrfestspiele am 24. Mai den Soloabend „Late Night Hamlet“ mit Charly Hübner in der Regie von Kieran Joel. Der Regisseur erforscht in seinen Arbeiten spielerisch und humorvoll das Verhältnis von Theater und Wirklichkeit, Fakt und Fiktion, Identität und (sozialen) Rollen. Die Eigeninszenierung der Ruhrfestspiele, eine Kooperation mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, ist eine Stückentwicklung, die sich aus der Perspektive des Schauspielers komisch und tragisch mit den Hamlet-Fragen und unserer Gegenwart auseinandersetzt.

„Boy“ von der belgischen Autorin und Regisseurin Carly Wijs macht einen medizinischen Behandlungsfehler und dessen Folgen zum Thema. Die wahre Geschichte erzählt von den Zwillingsbrüdern Brian und Bruce, die im Säuglingsalter zur Beschneidung ins Krankenhaus gebracht werden. Der chirurgische Eingriff geht bei Baby Bruce schief. Den Eltern wird geraten, ihr Kind als Mädchen aufwachsen zu lassen. Alles was es bräuchte, seien Hormone und Kleider und schon wird aus Bruce Brenda. Entstanden ist ein fesselndes Theaterereignis voller Leichtigkeit und Tragik, mit Humor, großer Wärme und Respekt gegenüber den Protagonist*innen dieser wahren Geschichte, die die Frage nach dem Finden einer eigenen Identität in den Vordergrund stellt. „Boy" ist eine Produktion von Stichting WIJS / Jo Mackie und wurde ursprünglich für Teateri in Schweden entwickelt und von De Roovers in Antwerpen, Belgien, koproduziert. Wir zeigen die Deutschlandpremiere am 24. Mai.

Vom 30. Mai bis zum 2. Juni sind die Ruhrfestspiele zum dritten Mal Kooperationspartner und Austragungsort des Schwarzen Literaturfestivals „Resonanzen“. Bei diesem einzigartigen Literaturfestival, das 2022 erstmalig von Ingeborg Bachmann-Preisträgerin, Aktivistin und Bestsellerautorin Sharon Dodua Otoo initiiert und kuratiert wurde, steht die Prosa Schwarzer Autor*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Fokus. Aufbauend auf Schwarzen deutschsprachigen Performance- und Literaturtraditionen, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreichen, ist „Resonanzen“ das erste mehrtägige Literaturfestival, das in einer Zusammenarbeit von Schwarzen Kulturschaffenden mit einer großen europäischen Kulturinstitution kuratiert wird. Geplant sind vier Tage mit Lesungen, Diskussionen, Impulsvorträge und Livemusik. Die Eröffnungsrede am ersten Abend hält die Booker-Preisträgerin Bernardine Evaristo. Während der Festivaltage werden sechs Newcomer-Autor*innen ihre eigens für das Festival geschriebenen Kurzgeschichten vortragen. Im Anschluss an jede Lesung diskutieren die Literaturexpert*innen Dr. Elisa Diallo, Dr. Ibou Coulibaly Diop, Dr. Dominique Haensell und Aminata Cissé Schleicher die Texte. Neben den Lesungen und Diskussionsrunden gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm.

In unserer Dialog-Reihe „Partei ergreifen!“ beschäftigen wir uns in diesem Jahr mit dem Thema „Europa“. Am 23. Mai, zwei Wochen vor der Europawahl, werden wir gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen Europas diskutieren. Kooperationspartner der Veranstaltung „Europa mit uns“ sind die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutschen Gewerkschaftsbund, Region Emscher-Lippe. Auf dem Podium sitzen explizit junge Menschen aus dem Kontext des DGB und des Begabtenförderungswerks, die sehr unterschiedliche Erfahrungen mitbringen, und die Zukunft Europas mitgestalten.

Als weiterer Festspielhöhepunkt steht in den nächsten Tagen im Genre Schauspiel das Gastspiel von „König Lear“ (Thalia Theater, Regie: Jan Bosse, mit Wolfram Koch als Lear: 5., 6. & 8. Juni) auf dem Programm, zudem „The Silence“ (Schaubühne am Lehniner Platz, Regie: Falk Richter, Solo mit Dimitrij Schaad: 29.-31. Mai), „Die Wut, die bleibt“ nach dem Roman von Mareike Fallwickl (Schauspiel Hannover in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, Regie: Jorinde Dröse: 31. Mai, 1.-2. Juni) und die Wunderbaum-Produktion „La Codista“ von und mit der niederländischen Schauspielerin Marleen Scholten (3.-5. Juni).

Weitere Informationen zu der Uraufführung „Late Night Hamlet“, der Deutschlandpremiere „Boy“ und zu „Resonanzen“ finden Sie in den Presseunterlagen.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns