Facebook Twitter Instagram
Suche
Kleines Theater
© Wang Renke
 
Ein Mann, der hoch zum Himmel fliegt

Regie Li Jianjun
New Youth Theatre Group, Inside-out Theater,
Wuzhen Festival, China


Deutschlandpremiere

Ohne Sprache verständlich
Bühne: Wang Renke
Licht: Chen Xiaji
Kostüme: Wang Mao
Sounddesign: Leng Qiuxuan
Dramaturgie: Zhang Weiyi
Es spielen: Gao Wenjun
Jiang Rihua
Li Xiuyi
Tang Ke
Wang Rui
Xiao Jing
Wang Yao
Zheng Di
Dauer: ca. 1 Std., 45 Min., keine Pause
Gefördert durch: das Kulturministerium der Volksrepublik China.

Ein Mann, der hoch zum Himmel fliegt ist in keinem sicheren Exil, sondern in Peking entstanden und vielleicht liegt darin der Grund für die faszinierende, eigenwillige Ästhetik. Alles geschieht wie in Trance, ist leise, fein gesponnen, poetisch und gerade deshalb radikal politisch. Das Werk entzieht sich der Sprache, die Figuren bleiben stumm, aber die Kraft der Bilder zerreißt jede Ideologie und die Fassaden kollektiver Glückseligkeit.
Der Titel ist einer enigmatischen Rauminstallation von Ilya Kabakov aus den achtziger Jahren entliehen: The Man Who Flew Into Space From His Apartment. Man sieht auf eine Wohnwabe, wie sie so millionenfach in grauen Trabantenstädten stehen könnte. Die Decke der winzigen Zelle ist zum Himmel weit aufgerissen und im zerstörten Interieur erkennt man eine übergroße Gummizwille, mit der sich ein kleines, anonymes Subjekt aus dem realsozialistischen Gehäuse ins All geschossen hat. Auch die Bühne ist hier ein winziger Guckkasten, in dem Menschen einfache, alltägliche Dinge und dann auf einmal etwas surreal Absonderliches tun, das wirkt wie die Suche nach einem verlorenen Wunsch.
Verfremdung, das scheinbar abgenutzte Theaterinstrument, entfaltet sich in dieser meisterhaften Inszenierung von Li Jianjun mit elementarer Kraft, wie so noch nie gesehen. In der Dehnung der Zeit, in den brüchigen Ritualen des Alltags spürt man die Sehnsucht nach Weite, nach dem, was sich nicht nutzbar machen und vergesellschaften lässt.

> Eine magische Reise durch Stillstand, Zeit und Raum, die Alltag vor Augen führt wie Leben auf einem einsamen, fremden Planeten.

A MAN WHO FLIES UP TO THE SKY

A Man Who Flies up to The Sky was not written in exile but in Beijing and this might be the reason for the fascinating and unconventional aesthetic. Everything happens like in trance: quietly, poetically und thus radically political. The production is beyond language, the characters stay silent, but the power of the picture destroys every ideology and the façade of collective happiness.
The stage is a tiny room in which people are doing ordinary, daily routines that are at some point disrupted by surreal moments.
Alienation, which seems to be a rather outworn theatrical instrument, develops an elementary power in this virtuous staging by Li Jianjun. We can feel the longing for vastness becoming visible through the fragile everyday rituals.

> A Man Who Flies Up to the Sky is a magical journey through time, space and complete standstill. Daily routines appear almost as strange as life on a different planet.