DER KLEIST-PREIS GEHÖRT ZU DEN RENOMMIERTEN DEUTSCHEN LITERATURPREISEN. 1912 WURDE ER ZUM ERSTEN MAL VERGEBEN. HANS HENNY JAHNN, BRECHT UND BARLACH WAREN IN DEN JAHREN VOR 1933 UNTER DEN PREISTRÄGERN. 1996 RIEF KLEISTS GEBURTSSTADT FRANKFURT/ODER DEN KLEIST-FÖRDERPREIS FÜR JUNGE DRAMATIKER INS LEBEN. OLIVER KLUCK IST DER PREISTRÄGER 2010.
Ein Angestellter, der wartet. Er ist jung. Die Karriere liegt noch vor ihm. Er hat Hoffnungen. Worauf? Auf einen Karrieresprung. Und dann einen zweiten. Und dritten. Bis er oben ist. Nichts bewegt sich. Er fühlt sich hochbegabt. Die Frauen verheißen ihm vieles. Aber nein. Der Stumpfsinn des Arbeitsalltags macht ihn mürbe. Da schlittert er so allmählich in Richtung Katastrophe. Eine schöne lakonische Komik und sprachliche Prägnanz lassen die Schilderung dieser hoffnungslosen Angestelltenkarriere kalt leuchten. „Leben im Warteraum Zukunft, am Ort der nicht erfolgten Revolte, hier im Vertrauen auf die Generationen davor, die Platz machen werden, die schon im Boot sitzend die Hand reichen. Um es vorwegzunehmen: Das Warten ist vergebens, keine Hilfe in Sicht, es rette sich ein jeder selbst.“ So der Autor. Oliver Kluck wurde 1980 auf Rügen geboren. Er studierte Dramaturgie, Prosa und Essayistik. Sein Stück Das Prinzip Meese 2010 wird vom Maxim Gorki Theater Berlin aufgeführt. Am Theater Chemnitz fand die Uraufführung von Zum Parteitag Bananen statt. Die Ruhrfestspiele werden für drei Jahre das Preisträgerstück des Kleist-Förderpreises für junge Dramatiker zur Uraufführung bringen.