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GRUSSWORTAUFBRUCH UND UTOPIE
Da brach etwas auf. Vor hundert Jahren wankte die Welt und Kunst, Literatur und Musik gerieten in den Strudel hinein. Und widerstanden doch. Vom Erscheinen Ibsens und Hauptmanns auf der europäischen Bühne bis zum tragischen Tod Ödön von Horváths im Paris der 30er Jahre spannt sich der Bogen – bis zum Zerreißen: vom jungen Kaiserreich über Weltkrieg und Republik bis zum Beginn des Faschismus. Nicht nur die »Twenties« waren »roaring«, diese ganze Epoche erscheint wie eine einzige Explosion – der Ideen und Wissenschaften, der Theorien und Stile, der Triebe und Leidenschaften. Aber wie der Sexus wurde auch der Tod gefeiert. In einem weltpolitischen Zynismus ohne Beispiel blühten Literatur und Theater in deutscher Sprache wie kaum jemals zuvor, setzten Maßstäbe in ganz Europa und der Welt. Nietzsche und Freud betraten die Bühne. Utopien wurden geboren, lebensbejahende, aber auch lebenszerstörende. Da brach etwas auf. Da begann die Moderne. Unsere Gegenwart. Diesen Weg wollen die Ruhrfestspiele in ihrer 67. Spielzeit nachzeichnen, seine Spuren bis in unsere Gegenwart untersuchen. Da bricht etwas auf. Heute. Da sind sie wieder, die sozialen Unterschiede, die überwunden schienen, da ist sie wieder, die Angst, da ist aber auch wieder der eitle Glamour der Satten. Wir greifen hundert Jahre zurück und landen im Jahre 2013. Wahnsinn! Fast alle wichtigen Autoren dieser entscheidenden Epoche sind im Programm der Ruhrfestspiele vertreten. Umgesetzt werden sie zum Beispiel von Pucher und Peymann, von Kušej und Thalheimer, von Ostermeier und Eifman, von Mouchtar-Samorai und Heyme. Auf der Bühne erleben wir u.a. Nina Hoss und Birgit Minichmayr, Angela Winkler und Hannelore Hoger, Wolfram Koch und Josef Bierbichler, Samuel Finzi und Miriam Goldschmidt. Es war eine verrückte, vielseitige, explosive Zeit, es wird ein verrücktes, vielseitiges, explosives Festival werden! Mit zahlreichen Neuerungen. Für die Uraufführungen und außergewöhnliche Projekte entsteht eine neue Spielstätte auf der Zeche König Ludwig 1/2, ganz nah an der Geburtsstätte der Ruhrfestspiele. Ein besonderes Augenmerk richten die Ruhrfestspiele 2013 auf Kinder und Jugendliche, denen ein ganzes Programmsegment gewidmet ist. Und dann wird auf vielfachen Wunsch das Musikprogramm erweitert: Das blaue Theaterzelt neben dem Ruhrfestspielhaus, das wir EntertainTent getauft haben, dient vornehmlich der Freude und Entspannung der Besucher. Es war – es ist – eine überwältigende Zeit. Lassen Sie sich überwältigen! Ihr |



















