„In die Zeit gefallen: Schiller“ – Eine erfolgreiche künstlerische Bilanz der 65. Ruhrfestspiele
10.06.2011
Die Ruhrfestspiele 2011 unter dem Motto „In die Zeit gefallen: Schiller“ sind auf große Begeisterung gestoßen und haben vielfach lebhafte Reaktionen ausgelöst. Die Diskussionskultur in Recklinghausen hat in dieser Spielzeit auffallend zugenommen! Die 65. Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 12. Juni 2011 stellten den großen deutschen Dichter Friedrich Schiller ins Zentrum der Spielzeit. „Schiller hatte wie kaum ein anderer Dichter ein Gespür für seine Zeit, für die Fragen und Probleme seiner Gegenwart“, so Festspielleiter Frank Hoffmann. „Schillers Aktualität besteht in der Zeitlosigkeit seiner Themen.“ Dieser Gegenwartsbezug spiegelte sich in den Inszenierungen der diesjährigen Ruhrfestspiele wider: „Die Räuber“ (Thalia Theater Hamburg), außerordentlich durch die vierfache Besetzung der Moor-Brüder, die preisgekrönte Inszenierung von „Don Carlos“ (Staatsschauspiel Dresden), „Kabale und Liebe“ (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg), „Maria Stuart“ in der Regie von Michael Thalheimer (Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Schauspiel Frankfurt), die Uraufführung von „Die Bürgschaft“ (Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Schauspiel Frankfurt) als spannender Thriller der Gegenwart sowie „Demetrius“ (Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Mini-Dlin Marionettentheater St. Petersburg), Schillers Fragment gebliebenes letztes Werk. Für die Uraufführung der Auftragsarbeit zu Schiller „Aufstand“ von Albert Ostermaier wurde als „Tatort“ bewusst ein politischer Ort gewählt – der Rathaussaal Recklinghausen. Ulrich Matthes las Schillers Balladen, Rüdiger Safranski Auszüge aus seinem Bestseller „Goethe und Schiller. Die Geschichte einer Freundschaft“. Mit über 250 Sängern und Musikern unter der Leitung der Neuen Philharmonie Westfalen wurde Beethovens Neunte mit Schillers Ode „An die Freude“ zum imposanten Musikereignis. In der Ausstellung „Räuber sein! Schiller“ vom Deutschen Literaturarchiv Marbach konnten die Besucher das Werk „Die Räuber“ mit allen Sinnen erleben. In der Eröffnungspremiere „The Giacomo Variations“ (Koproduktion der Ruhrfestspiele mit Musikkonzept und den Vereinigten Bühnen Wien) durften wir Hollywood-Star John Malkovich als Frauenverführer und erstmals auch als Sänger erleben. Zu den weiteren prominenten Gesichtern bei den Ruhrfestspielen 2011 gehörten Heike Makatsch, in „Paris, Texas“ erstmals auf einer Theaterbühne zu erleben, Burghart Klaußner in „Don Carlos“, Dominique Horwitz als „Cyrano de Bergerac“, Ben Becker und David Bennent in „Eines langen Tages Reise in die Nacht“, Ulrich Gebauer und Julia Wieninger in „Eyolf Trauma“, Martin Brambach in der deutschen Erstaufführung „Die Demonstration“ von George Tabori, Wolfram Koch und Udo Wachtveitl in „Aufstand“, Gustav Peter Wöhler als Milchmann Tevje in „Anatevka“ und Edgar Selge und Franziska Walser in ihrer Zwei-Personen-Inszenierung von „Iphigenie auf Tauris“. Im Festival der Uraufführungen waren fünf außergewöhnliche Stücke zu entdecken: „Das Ding“ von Philipp Löhle, „Der große Marsch“ von Wolfram Lotz (Kleist-Förderpreisträger 2011), „Gute Reise Auf Wiedersehen – Totentrompeten IV“ von Einar Schleef, „Monsterballade“ von Ulrich Zaum und „Alles Opfer! Oder Grenzenlose Heiterkeit“ von Dirk Laucke. Mit zwei weiteren Uraufführungen fesselten die beliebten Schauspieler Ben Becker („Todes Duell“ und „Große Elegie an John Donne“) und Angela Winkler („Ich liebe dich kann ich nicht sagen“) das Ruhrfestspielpublikum. Auch in diesem Jahr wurden neue Kooperationen geknüpft. So freuten sich die Ruhrfestspiele, erstmals das Centraltheater Leipzig mit seiner Produktion „Paris, Texas“ in Recklinghausen zu begrüßen. Im Rahmen der Uraufführungen haben die Ruhrfestspiele erstmals mit dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken sowie mit dem Staatsschauspiel Dresden zusammengearbeitet. Mit Katja Riemann und Andrea Sawatzki bereicherten darüber hinaus zwei neue prominente Stimmen die Lesereihe der Ruhrfestspiele. Im Kabarettprogramm kommentierten hochkarätige Kabarettisten und Comedians witzig-charmant oder bitterböse die Politik und Gesellschaft der Gegenwart. Drei Wochen lang schlug die Pferdetheater-Produktion „inStallation“ im Rahmen des Family-Day-Programms ihre Zelte im Stadtgarten auf – Zauber und Poesie für die ganze Familie. Die Theatermärchen „Hallo EtwaS, ich bin AndeRs“ und „Rumpelstilzchen“ des Theaters Mimikri zogen die ganz jungen Ruhrfestspielbesucher in ihren Bann. 2011 hat sich das FRiNGE Festival endgültig emanzipiert. Das so genannte „schräge Festival“ erhielt in diesem Jahr eine eigene Programmbroschüre sowie ein eigenes Logo und hat sich als eigenständige Marke etabliert. Die Hauptspielstätte, das FRiNGEZELT, wurde in dieser Spielzeit im Stadtgarten an der Dorstener Straße aufgeschlagen. Liebhaber anspruchsvoller Musikunterhaltung kamen in der Sparkasse Vest auf ihre Kosten. Im Rahmen des FRiNGE Festivals vom 24. Mai bis 10. Juni 2011 zeigten Künstler aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Luxemburg, der Schweiz, den USA und dem Senegal virtuose Musik, fesselnden Tanz, faszinierendes Figurentheater, clowneske Artistik und mitreißende Performances. Insgesamt waren 213 Aufführungen von 60 Produktionen zu sehen, darunter 3 Deutschlandpremieren, 10 Uraufführungen, 1 Deutsche Erstaufführung, 2 Neuinszenierungen und 13 FRiNGE Produktionen. Das Gros der 17 Koproduktionen der Ruhrfestspiele wird an weiteren renommierten nationalen und internationalen Theatern weitergespielt. Den krönenden Abschluss der Ruhrfestspiele bilden die beiden Open Air-Konzerte am Pfingstwochenende: Bei der Italienischen Nacht mit Umberto Tozzi am 11. Juni erleben die Besucher „La Dolce Vita“ mit italienischen Musikklassikern und mediterranen Köstlichkeiten. Am 12. Juni rockt Nena den Grünen Hügel mit ihrer Zeitreise durch drei Jahrzehnte deutscher Rockgeschichte. Anschließend laden die Ruhrfestspiele die Besucher ein, gemeinsam mit ihnen den Abschluss der erfolgreichsten Saison der Ruhrfestspielgeschichte zu feiern. Partnertheater/Kooperationspartner der Ruhrfestspiele 2011: |
















