Ruhrfestspiele Recklinghausen 2011: „In die Zeit gefallen: SCHILLER“
19.01.2011
Sehr geehrte Damen und Herren, unter dem Motto „In die Zeit gefallen: SCHILLER“ stellen die Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 12. Juni 2011 den großen deutschen Dichter Friedrich Schiller sowie Höhepunkte seines Schaffens ins Zentrum dieser Spielzeit. Darunter sein legendäres Schauspiel „Die Räuber“, die erst kürzlich mit dem „Faust“-Theaterpreis prämierte Inszenierung von „Don Carlos“ (mit Burghart Klaußner), sein Drama „Kabale und Liebe“, eine Neuinszenierung von „Maria Stuart“ durch Michael Thalheimer, seine Ballade „Die Bürgschaft“ als Vorlage für einen spannenden Thriller sowie „Demetrius“, sein Fragment gebliebenes letztes Werk, in Kooperation mit einem weltberühmten russischen Marionettentheater. Als wahrer Wiedergänger des jungen Schiller erweist sich Protagonist Charles in der Uraufführung und Auftragsarbeit der Ruhrfestspiele „Aufstand“ von Albert Ostermaier. Ulrich Matthes bringt darüber hinaus Schillers Balladen zu Gehör. In einer weiteren Lesung beleuchtet Bestsellerautor Rüdiger Safranski „Goethe und Schiller. Die Geschichte einer Freundschaft“. In Zusammenarbeit mit der Neuen Philharmonie Westfalen bringen die Ruhrfestspiele in imposanter orchestraler wie gesanglicher Stärke Beethovens Neunte mit Schillers Ode „An die Freude“ auf die Bühne. Räuber sein! Schiller, eine Ausstellung über Leben und Werk des Dichters, konzipiert vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, runden das Programm zu Schiller ab. Damit nicht genug: Im vergangenen Jahr hat ein extravaganter Charakterdarsteller die Bühne im Sturm erobert: Hollywoodstar John Malkovich. 2011 kehrt er zurück und erobert als Casanova in „The Giacomo Variations“ die Herzen der Frauen. Oder besser: Er unternimmt den Versuch. Darüber hinaus füllt eine Riege bekannter Schauspielgrößen die diesjährigen Ruhrfestspiele mit Leben: Darunter Heike Makatsch in der Theateradaption von Wim Wenders’ legendärem Kult-Movie „Paris, Texas“, Dominique Horwitz als „Cyrano de Bergerac“, Ulrich Gebauer in „Eyolf Trauma“, Gustav Peter Wöhler als Milchmann Tevje in „Anatevka“ und Martin Brambach in der deutschen Erstaufführung „Die Demonstration“ von George Tabori. Herausragend auch das Ensemble von „Eines langen Tages Reise in die Nacht“: Ben Becker, David Bennent, Gerd Böckmann und Angela Schmid stehen in dieser von Hassliebe geprägten Familiensaga auf der Ruhrfestspielbühne. Und mit Katja Riemann und Andrea Sawatzki erscheinen zwei neue Namen in der prominenten Lesereihe der Ruhrfestspiele. In die Zeit gefallen ist auch die Reihe der Uraufführungen, die sich mit brennenden Themen unserer modernen Gesellschaft befasst. Darunter das Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises „Der große Marsch“ von Wolfram Lotz: eine scharfe und lustvolle Polemik gegen die Klischees des zeitgenössischen politischen Theaters. Auch die Namen der anderen Autoren lassen aufhorchen: Neben dem großen Einar Schleef finden wir Dirk Laucke, Philipp Löhle und Ulrich Zaum. Prominent besetzt sind zwei Soloabende, die in Recklinghausen ihre Uraufführung erleben: Ben Becker spricht dunkle Lyrik von John Donne und Joseph Brodsky, Angela Winkler verzaubert mit melancholischen Balladen und Chansons. Kritisch und pointiert diagnostizieren darüber hinaus die hochkarätigen Kabarettgrößen die akuten Zustände von Politik und Gesellschaft. Im Rahmen des Family-Day-Programms zeigt die Pferdetheater-Produktion „inStallation“ ein spielerisch barockes Spektakel voller poetischer Momente für die ganze Familie. Das junge Publikum ab 5 Jahren verzaubern die beiden hinreißenden Märcheninszenierungen „Hallo EtwaS, ich bin AndeRs“ und „Rumpelstilzchen“ des Theaters Mimikri. Den krönenden Abschluss der Ruhrfestspiele bilden die Open Air-Konzerte am Pfingstwochenende: Bei der Italienischen Nacht mit Umberto Tozzi klingen am 11. Juni die unvergessenen Klassiker des italienischen Musikers „Ti Amo“ und „Gloria“. Einen passenden Rahmen schafft das gastronomische Angebot mit italienischen Delikatessen sowie Wein- und Kaffee-Spezialitäten auf dem romantisch beleuchteten Grünen Hügel. Am 12. Juni nimmt Nena die Besucher mit auf eine Zeitreise durch drei Jahrzehnte deutscher Rockgeschichte. Anschließend feiern die Ruhrfestspiele gemeinsam mit den Besuchern den Abschluss der diesjährigen Festspielzeit.
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