Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen 2010
04.05.2010
DAS UNSICHTBARE THEATER DES HERRN VON KLEIST
Das Kleist-Museum, 1969 in der alten Garnisonschule in Frankfurt (Oder) eingerichtet, gilt als „eines der schönsten Literaturmuseen in Europa“ (Die Zeit). Mit über 34.000 Bestandseinheiten in Sammlung und Bibliothek verfügt das Haus über die derzeit umfangreichste Dokumentation zu Heinrich von Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld. Kleist (1777-1811), der rastlose Sucher nach dem „sichern Weg des Glücks“, kämpfte sein kurzes, ereignisreiches Leben lang einen dramatischen Kampf zwischen Pflicht und Neigung, hin und her gerissen zwischen Euphorie und Resignation. Unsicher in seiner Existenz, unsicher in seinem Glauben an sich und sein Talent, unsicher in seinen Beziehungen verlangte er viel von denen, die ihn umgaben – am meisten aber verlangte er von sich selbst. Als Reisender verbrachte er den größten Teil seines Lebens, entsprechend lückenhaft sind bis heute die materiellen Zeugnisse dazu. Heinrich von Kleists unkonventionelles Leben und die Modernität seines Werkes hat immer wieder bildende Künstler zur Auseinandersetzung inspiriert. Durch Schenkungen und Ankäufe ist im Laufe der Jahrzehnte eine interessante Sammlung zeitgenössischer Kunst entstanden, die nur selten gezeigt werden kann. Zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen präsentiert das Museum erstmals eine so umfängliche Ausstellung der gesammelten Kunst zu Kleist und seinen Werken. Mehr als 90 Kunstwerke werden ausgestellt, darunter Gemälde von Max Slevogt und Paul Wunderlich, Zeichnungen und Graphikzyklen von Alfred Hrdlicka, Horst Janssen, Oskar Kokoschka, Max Liebermann und Max Schwimmer sowie eine repräsentative Auswahl jüngerer Arbeiten von Ronald Paris, Christine Perthen, Ruth Tesmar, Baldwin Zettl und anderen. Neben der Kunst werden einige wenige Stücke aus der Theatralia-Sammlung des Hauses, wie z.B. Bühnenbildmodelle, historische Theaterzettel und Programmhefte, gezeigt. Ein biographischer Abriss und Hörstationen bringen den Besuchern Ausschnitte aus dem Leben und dem im Theater sehr sichtbaren Werk des Dichters Heinrich von Kleist nahe. Die Ausstellung illustriert das Thema der diesjährigen Ruhrfestspiele und macht in einer glücklichen Kooperation zwischen Ruhrfestspielen und Kleist-Museum auch auf das Kleist-Jahr 2011, das Gedenkjahr anlässlich des 200. Todestages Heinrich von Kleists am 22.11.2011 mit seinen umfangreichen Aktivitäten aufmerksam.
Ort der Ausstellung: Ausrichter der Ausstellung in Kooperation mit Ruhrfestspiele Recklinghausen:
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